Es war im Herbst als zwei Väter mit ihren eineinhalbjährigen Töchtern aufbrachen, um in der Stadt endlich einmal ohne die Mütter zu shoppen. Und es kam, was kommen mußte:Der intensive Geruch einer „geladenen“ Windel gepaart mit Aua-Geschrei wegen eines brennenden Popos ließ keine Zeit für allzu lange Überlegungen – Wo ist der nächste Wickelraum? Wie schnell kommen wir dorthin? Ist es da sauber? Und – gibt es denn überhaupt einen, da, wo man gerade ist?
Es fand sich etwas – aber in dem Kämmerchen dieses Kaufhauses gab es außer einem abgenutzten, angeschmuddelten Plastikpölsterchen auf einer Kiste, einfach gar nichts an sanitärer Unterstützung.
Kein Papier, keine Seife, ganz zu schweigen von Gratiswindeln in verschiedenen Größen. Das hat uns zu denken gegeben: Es wird doch nicht überall so sein?!
Der Mensch ist Jäger und Sammler – also folgte die nächsten zwei Jahre ein eifriges Aufdecken von „Wickelörtlichkeiten“ – mit Lokalitäten von skurril bis luxuriös – mit allen denkbaren Zwischenstufen, von Erheiterndem bis Tieftraurigem. Es führte schließlich dazu, daß man auch ohne Not die Gelegenheit wahrnahm, schnell ein Foto zu schießen, selbst wenn die beiden Mädchen trocken waren. Äußerst konspirativ z.B. die beiden Bilder aus dem Karstadt-Kaufhaus Wiesbaden: Da steht ein Kommödchen in einer schummrigen Ecke auf dem Gang zwischen Herren- und Damentoilette – das Bild mußte unbedingt mitgenommen werden! Was wohl der „Toilettenmann“ da gedacht haben mag? Gesagt hat er nichts, nur merkwürdig geguckt.