Hühner legen im Winter nur ganz selten Eier. Meine Mutter wußte das noch, für unsere Kinder ist das kaum vorstellbar. Bio heißt für mich auch, Saisonprodukte zu kaufen. Die sind nicht so weit gereist, sind günstiger und schmecken auch viel besser. Und Erdbeeren gibt es bei uns erst, wenn sie nicht mehr aus Spanien sondern aus Deutschland kommen. Dann gibt es “Erdbeeren satt“.. Dann ist es nicht schlimm, dass es Erdbeeren eben nicht das ganze Jahr gibt. Da meine Tochter nicht gerade ein Gemüsefan ist und dieses – wenn überhaupt – lieber roh isst, kaufe ich Obst und Gemüse sehr häufig in Bioqualität. Meist auch das Fleisch – dafür gibt es das einfach seltener. Gerne unterstütze ich auch die „Philosophie“ die hinter Bioprodukten steht: nachhaltig wirtschaften und unseren Kindern eine unverseuchte Umgebung zu erhalten. Aber an vielen Stellen mache ich Kompromisse - denn „alles Bio“ ist für uns einfach zu teuer. Bei den Klamotten kaufe ich kein Bio – mein Bio für Kinderkleider heißt aber: Second Hand. Zu Anfang auf Flohmärkten, inzwischen ist das für größere Größen schwieriger. Und: wir haben einfach im Freundeskreis getauscht. Ich habe vieles bekommen von einer Freundin mit größere Tochter und vieles weitergegeben an Eltern mit kleineren Kindern. Bio heißt nämlich auch, nichts Unnötiges produzieren und nicht Brauchbares einfach wegwefen.
• Uli Wiegand |