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Wann sind wir da?

 

Wann sind wir da? Ich muss mal! Hunger! Durst! Mir ist schlecht! Meine Achtjährige veräppelt mich schon mit solchen Sprüchen. Aber leider handelt es sich oft nicht um einen Witz, sondern um Wahrheit. Hunger und Durst kann man vorbeugen. Das nächste Klo oder eine halbwegs brauchbare Wickelgelegenheit sind jedoch manchmal weit weg ...
Aus meiner persönlichen Erfahrung sind beim Reisen vor allem drei Dinge wichtig:

Voraus-Denken: Manchen erscheinen riesige Checklisten fürs Kofferpacken noch lästiger als das Kofferpacken selbst. Doch ein wenig Vorausdenken erspart viel Streß.  Kurz bevor es losgeht lege ich einen Urlaubszettel an, auf dem ich alles notiere, was mir einfällt, was mit soll, was erledigt werden muss. Das ist keine riesige Checkliste, hilft aber, nicht später im Auto oder Flugzeug zu sitzen und das unbestimmte Gefühl zu haben: irgendwas Wichtiges wurde vergessen! Wichtig sind alle Dinge, die man nicht notfalls am Urlaubsort besorgen kann: Sonnencreme vergessen – kein Problem. Aber Kuscheltier vergessen? Dafür sind schon einige Eltern wieder umgedreht.

Improvisieren: Trotz Planung gibt es genug Unvorhersehbares – gerade bei Kindern. In Erinnerung ist mir eine vierfache Mutter, deren jüngster Sohn (knapp vier Jahre) kurz vor Beginn der großen Familienfeier im Restaurant in die Hose gemacht hatte. Was tun ohne Wechselklamotten? Kurzerhand zog sie ihm die nassen Sachen aus, nahm eine Jacke und benutzte sie als Hose – zwei Ärmel können eben auch zwei Hosenbeine sein – wusch die Sachen aus und fragte im Restaurant nach einem Trockner. Wenig später saß sie entspannt am Tisch. An diese Szene erinnere ich mich gerne, denn sie macht mir eines bewusst: einfach versuchen, das Problem zu lösen und sich keinen Streß machen, was wohl die anderen denken ...

Nach-Denken: Lange Rückreise, riesige Wäscheberge und der einkehrende Alltag drängen die Urlaubsfreuden schnell in den Hintergrund. Und die  Urlaubsbilder schlummern auf irgendeiner Festplatte ...  Ein wunderbares Geschenk bekam ich von einer Freundin, mit der wir zusammen die Sommerferien verbracht hatten: ein klassisches, „altmodisches“ Album mit Fotos und Kommentaren. Ganz einfach zum drin blättern und um das Urlaubsfeeling wieder aufleben zu lassen. Das gelingt auch mit praktischen „Mitbringseln”: die handgeöpfterte Tasse aus Spanien ist ein Unikat, wird gern benutzt und hält so die Erinnerung an schöne Tage wach.

Urlaub? Ist doch eigentlich nur, was man so nennt. Also kann man auch ohne große Reise Urlaub machen: ein Ausflug oder die neuentdeckte Ecke in der eigenen Stadt erzeugen ebenfalls Urlaubsfeeling. Wo ich diese Jahr hinfahre? Nach Balkonien, da ist es wunderbar und man muss noch nicht mal Koffer packen ...

• Uli Wiegand

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Verreisen mit Kindern

 

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