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Alle Jahre wieder ...


... trifft man sich mit der Verwandtschaft zu Weihnachten.

 

Zumindest ist es so in vielen Familien Tradition. Manche freuen sich drauf – manchen graut davor. Aber was ist und bedeutet überhaupt Familie? Wer gehört dazu? Und welche Rolle spielen die einzelnen Familienmitglieder?

 

"Mama, was ist eine Kleinfamilie?" so fragte meine Tochter vor einiger Zeit. Das Thema beschäftigte sie und so entstand ein Gespräch über Omas und Opas, Cousins und Cousinen, Onkel und Tanten und natürlich über die Geschwister, die sie sich wünscht. Hätte sie welche, würde sie sich diese immer noch wünschen? Abgesehen von dem "Vor"-Urteil, dass Einzelkinder weniger sozial und egoistischer sind, spielen Geschwister auf alle Fälle eine große Rolle: die Geschwisterbeziehung ist die längste im Leben eines Menschen, man wird in sie hineingeboren und kann sie sich nicht aussuchen. Oft ist sie durch ein hohes Maß an Intimität geprägt, zeichnt sich durch eine große Hilfsbereitschaft in Krisenzeiten aus, auch wenn im Erwachsenenalter die Beziehung weniger intensiv ist. 

 

In den ersten Wochen und Monaten regeln Eltern die Beziehung. Sie greifen ein, vermitteln und versuchen den Ansprüchen beider Kinder gerecht zu werden – was manchmal nicht einfach ist. Vor allem wenn das Ältere starke Eifersucht spürt. Werden die Kinder älter, entspannt sich meist die Situation. Sobald sie eigenständige Beziehungen zu Andern aufbauen können und die Eltern sie darin unterstützen. Eines der häufigsten Streitmotive – besonders bei Kindern mit gleichem Geschlecht und kleinem Altersabstand: die Rivalität. Über die Wurzeln streiten die Wissenschaftler – befragt man Erwachsene über ihre Geschwisterbeziehungen wird deutlich, dass Benachteiligungen und Bevorzugungen seitens der Eltern als sehr prägend empfunden und diese noch sehr viel später als allgegenwärtig erlebt werden. Aber welche Eltern sind schon perfekt und immer und jederzeit gerecht?

 

Wer also streitende Geschwister zu Hause hat, ist damit bestimmt nicht alleine...

 

Und welche Rolle spielen die Großeltern – soweit sie denn überhaupt vorhanden sind? Dadurch dass Frauen immer später Mütter werden, nimmt auch die Zahl der Großeltern und Urgroßeltern ab. Aber unabhängig davon, ob nah oder fern oder nur eine "geliehene" Oma: Großeltern können ein wichtiger Baustein im Beziehungsgeflecht der Kinder sein. Sie haben meist mehr Zeit – und können damit ein wichtiger Ansprechpartner für Kinder werden. Sie wissen Geschichten über die eigenen Eltern zu erzählen. Und sie vermitteln eine andere Sichtweise auf die Welt – einfach durch ihren langen Erfahrungshintergrund. Und gerade der führt natürlich auch häufig zu Konflikten: Omas und Opas wissen alles besser. Gute Ratschläge sind natürlich "gut gemeint" hinterlassen aber häufig ein Gefühl, bevormundet zu werden. Hier liegt eine Menge Konfliktpotenzial – das nicht zuletzt bei längerem Zusammensein – wie z.B. dem Weihnachtsfest – zutage tritt.

So bergen sowohl Geschwister- als auch Großelternbeziehungen eine Menge "Sprengstoff" – aber missen möchte sie am Ende (besonders zu Weihnachten) kaum einer...

 

• Ulrike Wiegand

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Das Thema im Überblick

 

Natalies Ansichten über ihr Verhältnis zu ihrem großen Bruder im Interview.

 

Eltern berichten u.a. über eine "Spitzenoma", den alltäglichen Streit zwischen großem Bruder und kleiner Schwester sowie über die nicht mehr alltägliche Konstellation von drei Geschwistern.


Und außerdem gibts wieder zwei Buchtipps zum Thema.