HomeKontaktImpressumSitemap
none
 

Die „Super-Serien“– nationale Unterschiede im Fernsehen

 

Text: Anja Baier

 

Über Supermamas und Supernannys ist schon viel gesagt worden – warum also das Thema noch mal aufgreifen? Ganz einfach: Weil der britische TV-Sender BBC bewiesen hat, dass es auch anders geht, mit mehr Respekt für die betroffenen Familien.


Bereits der Titel der Reihe (im Winter von VOX in deutsch ausgestrahlt) zeigt die Unterschiede. Während RTL noch halbwegs sachlich „Die Super Nanny“ im Programm auslobt (Super Nanny = tolles Kindermädchen), protzen sowohl Kabel 1 (Erstausstrahlung) als auch RTL 2 (Wiederholung) mit „Supermamas“ (Aha, leibliche Eltern sind überflüssig!) und kündigen den „Einsatz im Kinderzimmer“ an (Welchen Einsatz? Wohl Katastropheneinsatz.)

 

Die BBC-Serie nennt sich hingegen humorvoll „Kleine Engel – wie man seine Eltern erzieht“ und trifft damit den Kern der Sache, nämlich dass die Probleme meist bei den Erwachsenen liegen. Trotzdem stellt die Serie niemanden bloß und lästert keineswegs über Hilflosigkeit oder Inkonsequenz der Eltern. Stattdessen werden sachlich Probleme analysiert und konstruktiv Lösungen aufgezeigt.

 

Erziehungsberaterin Tanya Byron präsentiert den Eltern vorab gedrehte Videos – und siehe da, die Mütter und Väter merken in der distanzierten Betrachtung ganz von alleine, was schief läuft. Auch die folgenden Erziehungstipps werden nicht im Beisein der Kinder gegeben (was die ohnehin wacklige Autorität der Eltern vermutlich noch weiter ins Wanken brächte), sondern per Funkmikrofon erteilt.

 

So kriegen die Kids gar nicht mit, warum sich Mama und Papa plötzlich viel gelassener verhalten und die Situation ruckzuck im Griff haben. Die Eltern haben ein Erfolgserlebnis und die Kinder einen neuen, positiven Eindruck vom Familienleben. „Superkalifragilistisch!“ (wie eine berühmte britische Supernanny sagen würde).

none
 

Thema Erziehung

 

>> zurück zur Übersicht