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Selbstsicher und stark

von Andrea Remsperger

 

Gewalttäter suchen sich meist bequeme Opfer. Das gilt für Kinder genauso wie für Erwachsene. Ein selbstsicheres und starkes Auftreten kann in bedrohlichen Situationen wirksam sein und vor Gewalt schützen. Genau hier setzt das Projekt zur Gewaltprävention an, das derzeit an der Riedschule durchgeführt wird.

 

Es trägt den Titel ,,Selbst sicher und stark“ und will den Kindern Mut machen und das Bewusstsein über ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten schärfen. In einem intensiven Trainingsprogramm, das an drei Vormittagen im Klassenverband stattfindet, erlernen die Grundschüler defensive Strategien für den Umgang mit bedrohlichen Situationen im Alltag.

Kinder erfahren, dass sie neben einem ,,Angsthasen“ auch einen Löwen im Bauch haben, den sie bei Bedarf aktivieren können. Im Verhaltenstraining lernen die Jungen und Mädchen, welches Auftreten welche Wirkung auf einen anderen Menschen hat.

Thema ist auch der Umgang mit der eigenen Wut. ,,Wut sucht sich immer ihren Weg“, weiß Trainerin Susanne Hellwig. Im Selbstbehauptungstraining zeigt sie Möglichkeiten, die Wut zu kanalisieren. Dampf ablassen durch körperlich Betätigung, sei es das ,,Bearbeiten“ eines Tretkissens oder das laute Schreien in eine ,,Brülltonne“, kann Abhilfe schaffen. Die Kinder lernen auch, wie sie jemandem die Meinung sagen können und dürfen ihre Kräfte in harmlosen Kampfspielen messen.
Rangel- und Raufspiele sind wichtig für Kinder, klare Regeln zeigen hier an, wann der Spaß aufhört.

 

In Rollenspielen üben die Kinder sinnvolle Verhaltensmaßnahmen für den Ernstfall. Als oberstes Gebot gilt immer: Die Angst nicht zeigen. Die folgende Methode habe eine 60-prozentige Chance auf Erfolg, versichert Susanne Hellwig, die seit 24 Jahren im Bereich Gewaltprävention tätig ist: Abstand vergrößern, Mut aufbauen, die Körperhaltung entsprechend verändern und dann laut brüllen: ,,Hau ab!“

Das Üben effektiven Brüllens gehört zum festen Repertoire ihres Trainingsprogramms. Sie zeigt den Kindern kleine Tricks und Kniffe, wie sie mit einem starken Abgang einer Prügelei entkommen können. ,,Es geht darum, dass die Kinder aktiv mit der bedrohlichen Situation umgehen“, erklärt Hellwig, ,,wer das tut, ist kein leichtes Opfer“.

 

Neben bedrohlichen Situationen durch Mitschüler stehen auch Begegnungen mit fremden Erwachsenen auf dem Programm. In Rollenspielen erlernen die Kinder Sicherheitsregeln, die sie anwenden, wenn sie von fremden Erwachsenen angesprochen werden. Es gilt zu unterscheiden, welches Verhalten harmlos und welches verdächtig ist.

,,Mit Mut und Entschlossenheit lässt sich einiges erreichen“, davon ist die Trainerin überzeugt. Als Demonstration dafür, was der ,,Löwe im Bauch“ alles vermag, darf jedes Kind ein zwei Zentimeter dickes Holzbrett zerschlagen oder zertreten.

Im dritten Teil widmet sich das Training der Präventionsarbeit gegen sexuellen Missbrauch. Die Kinder werden ermutigt, bei Berührungen, die sie nicht wollen, "Nein" zu sagen und sich gegen Küssen auf Kommando auch innerhalb der Familie zur Wehr zu setzen. ,,Gute“ und ,,schlechte“ Geheimnisse werden in Gesprächen und Rollenspielen differenziert. Die Kinder wissen, dass sich schlechte Geheimnisse auch schlecht anfühlen. Erzählen schafft Abhilfe.

 

Das Projekt zur Gewaltprävention kann nur einen Input geben, Eltern sollten immer wieder die Themen aufgreifen und an das Erlernte erinnern. Dabei kann die Dokumentationsmappe helfen, die in jeder Klasse projektbegleitend entsteht. An der Riedschule profitieren alle Klassen von dem Training zur Selbstbehauptung. Die Teilnahme wurde in der Elternbeiratsitzung beschlossen, das Projekt wird vom Amt für Kinder und Jugend und vom Förderverein der Riedschule finanziell unterstützt, so dass die Eltern nur noch einen Beitrag von 5 Euro leisten müssen.

Selbstsicher und stark an der Johannes-Maaß-Schule

von Iris Schröder-Maiwald


Auch an der Johannes-Maaß-Grundschule in Wiesbaden hat Susanne Hellwig das Projekt „Selbstsicher und stark“ schon in verschiedenen Klassen durchgeführt. Der Teilnahme einer Klasse muss sowohl von dem/der Klassenlehrer/in wie auch den Eltern zugestimmt werden, da die Kosten komplett von den Eltern übernommen werden müssen.

 

Die Erfahrungen mit den Kursen sind ausgesprochen positiv. Nicht nur, dass es den Kindern großen Spaß macht und für die Gruppendynamik einer Klasse von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, es ist für viele auch eine große Herausforderung den Mutlöwen zu wecken, sich zu wehren und dabei richtig laut zu brüllen. Denn auch das „richtige“ Brüllen will gelernt sein. Und wenn dann im dritten Kursteil das Brett mit eigener Kraft durchgetreten wird, dann gehen wirklich alle mit einem Gefühl von Selbstsicherheit und Stärke nach Hause. 

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Thema Starke Kinder

 

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Kontakt

 

Susanne Hellwig

Selbstsicher und stark

Freienbornstraße 20

65343 Eltville

 

Telefon & Fax: 0 61 23 - 67 69 53

E-Mail: info@selbstsicher-und-stark.de

Internet: www.selbstsicher-und-stark.de