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Schulprobleme

 

Klassenkasper und Außenseiter

Wenn Kinder in der Schule durch Problemverhalten auffallen, bekommen Eltern oft einen gehörigen Schreck 

Von Elke Lühning

 

„Ihr Sohn stört permanent den Unterricht – er kann nicht still sitzen und stört immer wieder seine Mitschüler!“
Diese Aussage macht die Klassenlehrerin des 8-jährigen Nils beim Elterngespräch. Seine Mutter wäre am liebsten im Erdboden versunken. Zurückversetzt in ihre eigene Schulzeit fühlt sie sich, unterlegen und schlecht beurteilt („…für schlechte Leistungen in Erziehung eine 6,  setzen …“). Außerdem hat sie sofort den Impuls ihren Sohn zu verteidigen („Die mag ihn nur nicht – andere Kinder machen auch mal Quatsch!“). Der Vater von Nils reagiert ganz anders: „ Na, der kriegt etwas zu hören – er ist jetzt alt genug, da muss er sich mal zusammenreißen!“

 

So verständlich die Reaktionen von Nils Eltern sind, zu einer andauernden Reaktion sollten sie nicht werden. Natürlich gibt es ungerechte Lehrer und fiese Mitschüler, dennoch sollten Eltern, denen solche oder ähnliche Probleme geschildert werden, erst einmal genau hinhören, was eigentlich los ist.


Wenn Kinder in der Schule Verhaltensauffälligkeiten zeigen (und hier geht es nicht nur um unkonzentriertes oder aggressives sondern z.B. auch um sehr zurückgezogenes Verhalten), kann es dafür ganz unterschiedliche Gründe geben. Manche Kinder sind überfordert, z.B. weil sie zu früh eingeschult wurden oder die Sprache nicht gut verstehen; andere sind eher unterfordert und langweilen sich. Es gibt Kinder mit nicht erkannter Schwerhörigkeit; Kinder, die von ihren Mitschülern bedroht werden; Kinder, die eine Trennung der Eltern nur schwer verarbeiten können oder Kinder, die viel zu viel fernsehen und so weiter und so weiter.

Es gibt also viele Gründe, aus denen uns Kinder mit ihrem Verhalten zu verstehen geben, dass sie unglücklich oder unzufrieden sind. Es muss nicht immer ADS (= Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) sein…!
Das A und O ist in solchen Fällen die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule. Nehmen sie das, was Lehrer sagen, ernst, fragen sie nach. Überlegen Sie, was Elternhaus und Schule gemeinsam tun können, um die Situation ihres Kindes zu verbessern. Für ihr Kind ist das ein wichtiges Zeichen. Und wenn sie trotzdem alleine nicht weiterkommen sollten, scheuen Sie sich nicht weitere professionelle Hilfe z.B. über eine Erziehungsberatungsstelle oder die Schulsozialarbeit in Anspruch zu nehmen.

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Thema Lernen

 

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Elke Lühning, Diplom-Pädagogin und Mutter von zwei Söhnen, arbeitet als Kursleiterin bei Elternbildungsangeboten.