UW | Mit den Kinder ins Kunstmuseum? Früher undenkbar. Lärmende rennende Kinder waren nicht gern gesehen. Ehrfürchtig stand man vor dem Kunstwerk. Viele Museen haben sich inzwischen gewandelt und sind offen für die kleinen Besucher. Die Ausstellung „Weltenwandler“ in der Schirn in Frankfurt war für uns eine willkommene Gelegenheit diese genauer zu erkunden. Das bunte Plakat mit den auf den ersten Blick kindlichen Malereien hatte unsere Neugier geweckt. Die Ausstellung zeigt Werke von Menschen, die mit psychischen Problemen bis hin zur Schizophrenie zu kämpfen hatten und die ihr Innerstes in ihren Werken nach außen tragen. Ob nun Kunst oder nicht – spannend war es, die vielen Details zu entdecken. Nicht wirklich zum Anfassen und auch nicht für Kinder aufbereitet fanden unsere beiden kleinen Begleiter die Ausstellung am Ende spannend: der Film über August Walla weckte ihr Interesse, sich seine „bunten“ Arbeiten genauer zu betrachten. Die Ausstellung endete leider schon am 9. Januar – aber auch die neue Ausstellung „Surreale Dinge. Skulpturen und Objekte von Dalí bis Man Ray“ ist sicherlich einen Besuch wert: mit Kindern entdeckt man selbst andere Aspekte als mit dem Blick eines Erwachsenen. Wer aber mehr möchte als einfach nur selbst zu entdecken, ist in der Schirn gut aufgehoben: hier gibt es mannigfaltige Angebote für Kinder: ob „Kinderstunde XS“ für die Kleinen von 4-6 Jahren mit Rundgang und Aktionen zum Mitmachen oder Führungen für Familien – das Programm ist vielfältig. Und: inzwischen gibt es in den Toiletten auch einen Wickeltisch. Vor 8 Jahren, als ich mit Baby die Schirn besuchte, war die Auskunft dazu noch: „so was Neumodisches haben wir nicht“. Kinder erobern die Kunst-Welt! | Uli Wiegand
>> Schirn Frankfurt, Römerberg | Infos: www.schirn.de oder 069 - 299 88 20 | Di., Fr. - So.: 10–19 Uhr | Mi. u. Do. 10 – 22 Uhr.