Drei Fragen an Juliane Philipp-Lankes
Frau Philipp-Lankes, über die Medien erfahren wir zurzeit immer wieder, dass Mädchen insbesondere im schulischen Bereich wesentlich erfolgreicher sind als Jungen – sind denn besondere Angebote für Mädchen überhaupt noch zeitgemäß? Ja, sie sind noch zeitgemäß. Zwar schneiden die Mädchen in der Schule oft deutlich besser ab als die Jungen, aber die eigenen beruflichen Ziele zu verwirklichen, fällt schwer. Nach wie vor sind die Chefetagen von Männern dominiert. Daneben geht es auch darum, Mädchen aus schwierigen sozialen Verhältnissen oder jungen Migrantinnen Möglichkeiten zu eröffnen.
In vielen Bereichen gelten Jungen heute als problemanfällig (Schulversagen, Umgang mit Aggressionen etc.) – wäre es nicht auch wichtig spezielle Angebote für Jungen zu machen? Spezielle Angebote für beide Geschlechter sind notwendig. Sowohl Mädchen als auch Jungen tut es gut, Räume zu haben, wo nur die eigenen Geschlechtgenossen/innen vertreten sind. Einfach mal weg vom Imponiergehabe zu sein. Jungenarbeit sollte aber andere Ziele und Themen als Mädchenarbeit verfolgen (z.B. Umgang mit der eigenen Angst, geeignete Rollenvorbilder finden etc.).
Welche Angebote für Mädchen oder Jungen gibt es? In Wiesbaden gibt es ein vielfältiges Angebot, das von den Jugendzentren vorgehalten wird. Aber auch über das Ferienangebot oder andere zentrale Veranstaltungen werden geschlechtspezifische Angebote gemacht. Es gibt Mädchentage, an denen bestimmte Zentren nur für Mädchen geöffnet werden, aber auch unterschiedliche Kursangebote, (z.B. Wendo) oder Gruppenangebote für Jungen. Besonders zu empfehlen ist auch der Mädchenkulturtag, eine eintägige Veranstaltung auf der Burg Sonnenberg.
Das Gespräch führte Elke Lühning.
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