Sie möchten optimale Startchancen geben, damit das Kind dem späteren Schul- und Ausbildungsalltag gewachsen ist. Bildung ist schließlich der Schlüssel zum Erfolg und neben der Schule sind dabei auch die Eltern in der Verantwortung. Doch zu viele Angebote können ein Kind auch überfordern. Um die vielen Eindrücke eines jeden Tages zu verarbeiten, brauchen Heranwachsende Zeit und Muße – manche mehr, andere weniger.
Kinder lernen nonstop, auch wenn ihre Eltern das gar nicht mitbekommen. Sobald ein Säugling auf die Welt kommt, saugt er alle Eindrücke begierig in sich auf und verarbeitet sie. Nichts ist bekannt, alles ist neu und muss ausprobiert werden. Es kostet viel Anstrengung und bedarf stundenlanger Übung, bis ein Kind sicher laufen kann – und um das Sprechen zu lernen sind 3 und mehr Jahre „Input“ nötig. Zusätzlich ist die Entwicklung von Motorik und Sprache eng miteinander verknüpft – ohne sprachlichen Austausch und Bewegungserfahrung ist Lernen sowieso nur begrenzt möglich.
Durch Beobachten, Ausprobieren, Verallgemeinern und Kommunizieren baut sich ein Kind Tag für Tag ein komplexeres Bild seiner Umwelt. Bereits vorhandenes Wissen wird mit neuen Eindrücken verknüpft und so entsteht mit der Zeit ein dicht verwobenes Informationsnetz. Allmählich bilden sich dann individuelle Interessen heraus. Kann man Dreijährige noch recht wahllos mit Autos, Bällen, dem Dreirad oder einem Puzzle begeistern, so haben Achtjährige schon sehr viel genauere Wünsche und Vorstellungen; sie wissen meist sehr präzise, was sie wollen. Wichtig für den Lernprozess sind auch soziale Kontakte, denn erst im Austausch mit anderen wird Erlerntes überprüft, angepasst und verworfen.
Am besten können Eltern ihr Kind beim Lernen unterstützen, wenn sie seine natürliche Neugier mit vielfältigen Angeboten und Anregungen „füttern“. Zeigt ein Kind Interesse an bestimmten Themen, macht es konkrete Erfahrungen und stellt es von sich aus Fragen – dann ist das der richtige Zeitpunkt, diesen Wissensdurst zu stillen. Dabei sollten alle Sinne angesprochen und einbezogen werden. Einen Apfel kann man z.B. riechen, spüren, schmecken, werfen, zerschneiden und selbst ein Grundschulkind kann damit sogar schon kochen. Je aktiver die Beschäftigung mit einer Sache ist, desto größer der Lerngewinn. Doch Vorsicht: Jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo. Wird es ständig über- oder auch unterfordert, schwindet seine Motivation ganz schnell.