Diesen Satz sollten wir immer öfter sagen, vor allen Dingen im Interesse unserer Kinder. Die Schlagzeilen sind überall zu lesen: „Deutschlands Kinder – unbeweglich und gestörte Essgewohnheiten", „Fitness von Schulkindern immer schlechter" oder „ Wenig Bewegung, ungesunde Ernährung: Kinderherzen bedroht".
Wenn ein Kind geboren wird, steckt es voller Energie. Es ist kaum zu bremsen: strampeln, drehen, krabbeln, sich hochziehen und schließlich ein ganz großer Moment: die ersten Schritte. Dann geht es rasant weiter: Bobbycar, Dreirad, Roller, Laufrad und dann das erste Fahrrad. Bei der Zeitschrift „Leben und Erziehen" landete das Bobbycar auf Platz 6 der Liste „25 Schlaumacher für ihr Kind". Beim Dreirad fahren lernt das Kind das erste Mal, sich ohne Bodenkontakt der Füße fort zu bewegen. Beim Roller werden die Anforderungen an die Kinder immer größer. Sie müssen die Zentrifugalkräfte mittels Schräglage ausbalancieren, um nicht hinzufallen.
Die beste Vorbereitung auf das Fahrrad fahren ist das Laufrad. Hier wird der Gleichgewichtssinn auf das Beste trainiert und so steht dem ersten Fahrrad nichts mehr im Wege. Jetzt muss das Lenken perfektioniert werden und mit der Balance koordiniert werden. Bei allen Fahrzeugen sollte man die Sicherheit der Kinder stets im Auge behalten (Helm!) und mit den Kindern am Besten abseits des Verkehrs üben.
Wieso werden aber die Kinder immer unbeweglicher und dicker? Wo ist der natürliche Bewegungsdrang? Viele Kinder haben einfach keine Zeit mehr sich im Freien zu bewegen. Ein prall gefüllter Terminkalender ermöglicht zu wenig freie Zeit für spontanes Spielen oder die Kinder verbringen ihre freie Zeit vorm Fernseher oder Computer. Aber gerade das freie Spiel mit viel Bewegung ist für die kindliche Entwicklung sehr wichtig und keine „Zeitverschwendung".
Auch viele Eltern haben im Alltag wenig Bewegung. Hier rät die deutsche Verkehrswacht den Eltern „daher vom unreflektierten Gebrauch des Autos ab."
Laut Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich in Deutschland die Zahl der übergewichtigen Schulanfänger in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Deshalb tut es Kindern gut, wenn sie zu Fuß zur Schule gehen. Sie bewegen sich und gleichzeitig lernen sie, sich sicher im Straßenverkehr zu verhalten.
Eltern, die darauf verzichten ihr Kind mit dem Auto in die Schule zu fahren, tun auch der Umwelt etwas Gutes. „Bei einem Schulweg von 2 Kilometern Länge und 200 Schultagen im Jahr werden circa 160 Kilogramm Kohlendioxid pro Schulkind weniger in die Luft geblasen", so Bernd Herzog-Schlagk vom Fachverband Fußverkehr Deutschland.
• Anja Kossiwakis