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Der weltbeste Spielplatz: kostenlos & draußen


Viel Freiraum, noch mehr Spaß und alles für umsonst – das gibt’s nur in der Natur
von Martina Behrens

Etwas wackelig balanciert Marie auf den dicken Wurzeln eines Baumstumpfes. Am Ende hat sie festen Stand und greift schnell an den Rand der glatten Rinde. Jetzt noch Hochziehen! Gar nicht einfach! Ein paar Mal rudert das Mädchen mit den Beinen in der Luft, dann hat sie es geschafft! Ganz ohne Hilfe! Hochzufrieden thront die Fünfjährige nun neben ihrer Freundin Emilia auf dem abgesägten Waldriesen!

 

 

 

Dabei ist das spielerische Toben in der Natur mehr als nur eine abwechslungsreiche Freizeitbeschäftigung. Psychologen und Pädagogen sind sich einig, dass der Umgang in und mit der Natur die kindliche Entwicklung wie kaum etwas anderes fördert. Verstand und Sinne werden geschult, Geschicklichkeit, Konzentration und Koordination weiterentwickelt. Ein Trainingsplatz für das spätere Leben, direkt vor der Haustür und ganz ohne Anmeldung oder Termindruck. Kleine und größere Kinder erfahren hier das überwältigende Gefühl, ein Ziel erreichen zu können.

Auch Marie und Emilia sind stolz darauf, den Baumstamm aus eigener Kraft erklettert zu haben. Sie strahlen um die Wette und haben so außer Sonne und frischer Luft auch Selbstbewusstsein für die Aufgaben im Alltag getankt.

Die Natur bietet im Gegensatz zu Turnsaal und Spielplatz viel mehr so genannten "informellen Spielraum". Das bedeutet, der kleine Mensch kann seine Umgebung nach eigenen Vorstellungen gestalten. Zum Beispiel als Forscher Bäche aufstauen, als Zirkusdirektor Insektenparcours bauen oder mit großen Stöcken den Waldboden durchforsten – das sind Aktivitäten, bei denen Fantasie sprießen, Kreativität gedeihen kann.

Hier schreibt keine Bedienungsanleitung die Handlung vor oder bestimmen Erwachsenen die Spielregeln.

Niemand schickt natürlich seine Kinder ganz alleine in den Wald! Aber was spricht eigentlich dagegen, es sich bei einem Picknick gemütlich zu machen, während der Nachwuchs (in Rufweite) die Umgebung erkundet? 

Neues Terrain will erobert und nicht gefürchtet werden. Heutzutage, das haben Wissenschaftler herausgefunden, sind besorgte Mütter und Väter dabei oft ein Hindernis. Aus gutgemeinter Fürsorge engen sie den spontanen Bewegungs- und Spieltrieb ihrer Sprösslinge ein. Marie und Emilias Eltern hätten ihre Kinder ja auch auf den Baumstamm heben können mit der Ermahnung schön vorsichtig zu sein.

Aber zum Glück riskieren sie lieber ein paar Schrammen an den Mädchenknien und lassen den beiden Wildfängen ihre Abenteuerlust.

Diese Lust an der Bewegung entfaltet sich auch bei einem Zoobesuch, Flohmarktbummel oder im Freizeitpark, aber eben nicht ganz so frei und ungehindert wie in Wald, Wiese, Flur. Wer seinen Kinder etwas Gutes tun will, muss also gar nicht immer ein "Event" planen. Klettern, Laufen, Springen, Hüpfen, Drehen, Schleudern oder Balancieren können auch ganz einfach im Stadtwald erprobt werden. Das spart außerdem teure Eintrittsgelder, die man dann vielleicht für einen Konzertbesuch zu zweit anlegen kann, natürlich "open air".

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Die Beiträge

 

Erleben
Für alle Sinne – der Walderlebnispfad am Neroberg

 

Verantwortung übernehmen
"Die Welt besser zurücklassen, als man sie vorgefunden hat"

 

Entdecken
Kindergruppen im Naturschutzhaus

 

Basteln
Pflanzen-Memory

 

Wissen
Kinder im Umweltladen

 

Sammeln
Naschen erlaubt!

 

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