Nicht der Computer an sich, sondern die Art der Programme oder Spiele und der Umgang damit entscheiden, ob sie eine Gefahr oder eine Bereicherung für Kinder darstellen.
Ein Computer weist Ähnlichkeiten mit einem Herd auf: ohne Wissen über Zutaten und deren Zubereitung, nützt der teuerste Herd nichts. Ebenso kann ein schlechtes Essen für Koch oder Gast zum Risiko werden. Das Abschmecken beim Kochen, entspricht der inhaltlichen Prüfung der Computerspiele für Kids.
Computer und Gewalt
Im Zusammenhang mit Computer-Spielen wird häufig auf Gewaltspiele verwiesen, die mit Begeisterung vor allem von Erwachsenen gespielt werden. Woher bekommen die Kids die Spiele? Bekannt ist, Kinder lernen Gewalt und den Umgang mit Gewalt von Erwachsenen. Das, was ihnen widerfahren ist, versuchen sie im Spiel zu verarbeiten. Insofern sind Gewaltspiele ein Symptom, und nicht die Ursache der Gewalt.
Technik als Babysitter
Gerne werden Studien übersehen, in denen gezeigt wird, dass Fernsehprogramme für Kinder mehr Gewalt und in kürzeren Abständen zeigen, als im späteren Erwachsenenprogramm. Die „Medienerstsozialisation“ der meisten Kids findet (häufig allein) mit Zustimmung der Eltern vor dem Fernseher statt. Ebenso wie der Fernseher wird der Computer auch als „preiswerter Babysitter“ eingesetzt.
Wie beim gewissenhaften Aussuchen des geeigneten Fernsehprogramms sind Eltern herausgefordert sich mit den Inhalten der Spiele für ihre Kids auseinander zu setzen. Ein Spiel kaufen, es dem Kind in die Hand drücken ohne zu wissen, woraus das Spiel besteht, ist kein Zeichen von Interesse. (Computer-)Spiele, die Ihre Kinder spielen, sollten Sie kennen, falls Sie nicht dem Computer und der unbekannten Software die Erziehung Ihres Kindes überlassen möchten.
Computerspiele bieten viele Möglichkeiten die Kids in ihrer Entwicklung zu fördern. Beispiel: „Kistenschiebespiel“: Bei diesem Spiel müssen mittels der Pfeiltasten Kisten von einem Ort an einen anderen geschoben werden und Blockaden umgangen und neue Wege gefunden werden. Das Spiel hat aufbauende Schwierigkeitsgrade. Bei diesem Spiel, werden bereits mehrere Fähigkeiten trainiert: Der feinmotorische Umgang (feine, präzise und kontrollierte Bewegungen) mit den Pfeiltasten. Dann ist es wichtig genau hinzuschauen, um das Ziel zu finden. Dazu kommen Vorausschauen und Planen, schließlich muss vorher geguckt werden, wie es hinter der Blockaden weitergehen kann usw.
Natürlich macht es am meisten Spaß, zusammen zu spielen und gemeinsame Lösungen zu finden. Das fördert die Teamarbeit.
In einigen Spielen wird neben dem Spielablauf Wissen über Natur, Erdkunde, Technik, Sprachen vermittelt. Förderlich sind auch Spiele, bei denen die Spielanweisung vorgelesen wird oder gleichzeitig zu lesen ist. Dabei lernen Kinder hinhören, sich das Gehörte zu merken und nebenbei lesen und schreiben.
Spiele, in denen Dinge unrealistisch und falsch oder absurd dargestellt werden oder die unsoziale Verhaltensweisen wie Schadenfreude, einen anderen reinlegen, unfair oder hinterhältig sein, beinhalten, sollten Sie Ihrem Kind nicht zumuten. Diese Spiele verdummen. Ihr Kind lernt Fehler und geht davon aus, dass in dem Spiel, das es erlaubterweise spielt, erlaubte und erwünschte Verhaltensweisen sind.
Achten Sie bei den Spielen darauf, dass sie lösbar sind. Diese Spiele ermutigen Kinder, sich neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen. Die Aufmachung, Grafik und Musik sollten angenehm und nicht reizüberflutend sein. Reizüberflutung führt zur Desensibilisierung.
Spielen Sie zusammen mit ihrem Kind, unterstützen Sie es, wenn es nicht weiter weiß. So wissen Sie am besten, was ihr Kind gut kann und mag und wo es noch Förderung braucht.
Computer und Internet
Das Internet ist eine zusätzliche Nutzungsmöglichkeit mit vielen Gefahren. Kindern sollte erst der Umgang mit dem Computer beigebracht werden, bevor sie gemeinsam mit den Eltern den Zusatzdienst Internet kennen lernen. Der ungeschützte Zugang zum Internet ist für Kinder eine Gefahr, vor der sie Schutz brauchen.