"Aua" – so ein gemeines kleines Playmobilteilchen tut ganz schön weh, wenn man barfuß drauf tritt ... wobei wir gleich beim wichtigsten Teil eines Kinderzimmers wären: der Boden!
Auch wenn Tisch und Stuhl und später der Schreibtisch wichtige Einrichtungsgegenstände sind – der Boden ist immer noch der meist genutzte Platz. Zum Toben, Rumrollen, Hinfläzen und natürlich später zum Aufbauen von allem möglichen: Legotürmen, Autobahnen, Pferdeställen, Barbiebetten ... hier werden Welten erfunden und wieder zerstört.
Legen Sie sich doch einfach mal im Kinderzimmer auf den Boden oder gehen Sie in die Hocke – aus dieser Perspektive sieht alles anders aus! Und viele Entscheidungen lassen sich dabei viel leichter treffen: an welche Spielsachen kann das Kind alleine rankommen – um sie später auch entsprechend wieder aufräumen zu können. Und auch beim Thema Sicherheit hilft diese Perspektive: wo kann man sich stoßen, stolpern oder fallen?
Unser zweiter (ungeplant) wichtigster Einrichtungsgegenstand: zusammenfaltbare Matratzen.
Bestehend aus drei Schaumstoffteilen, die ausgeklappt die Größe einer Matratze haben. Zwei davon ergeben gestapelt eine Minisofa in Bodennähe. Ausgeklappt und aufgestellt wurden sie schon zu allerlei Behausung: Mal wohnten die Kuscheltiere drin, mal wurde die Höhle (oben mit einer Decke verschlossen) selbst genutzt.
Was daran so wichtig ist? Die Erkenntnis, dass Kinder andere Vorstellungen von einem gemütlichen Kinderzimmer haben, als Erwachsene. Gruselig sind z.B. perfekt eingerichtete Prinzessinnen- oder Piratenzimmer, die dem Kind eine komplette Welt "überstülpen". Und zwar geprägt von Erwachsenen, die versuchen sich vorzustellen, was Kinder mögen. Ob es wirklich so ist?
Kein Shirt mehr ohne Aufdruck, keine Wickelauflage ohne Bärchen, keine Gardine ohne Blümchen. Erwachsene gestalten, was Kinder umgibt. Letztendlich ist ein Kinderzimmer immer ein Kompromiss zwischen Elternvorstellung und Kinderwunsch.
Wichtig erscheint mir, selbst flexibel zu bleiben und Kinderträumen Raum zu lassen: Auch im Prinzessinnenzimmer ein mutiger Pirat sein, und die Umgebung komplett verwüsten und im Piratenzimmer in den Primzessinnenspiegel schau’n, ob die Frisur auch sitzt, wenn die Kindergartenfreundin zu Besuch kommt ... Die Welt ist doch so viel mehr, als das was sich Erwachsene darunter vorstellen!
• Uli Wiegand