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Kinder im Straßenverkehr: Wie sie fit und sicher werden

Foto: Andreas Gudert

Pass’ auf! ...

In gewohnter Manier fahre ich meine Tochter Tasja, 5 Jahre, regelmäßig zur KITA und hole sie abends auch mit dem Auto wieder ab. Weil ich darüberhinaus beruflich viel unterwegs bin, fahre ich viel mit dem Wagen und erlebe meine Tochter deshalb eher selten im Straßenverkehr.

 

Neulich ergab sich hierzu mal wieder die Gelegenheit. Um zum Bäcker zu kommen, mussten wir die stark befahrene Röderstraße überqueren. Als eiliger und dabei nicht immer vorbildlicher Vater, wollte ich auf direktem Wege die Straße überqueren.

Zaghaft machte mir die Süße klar, dass wir den Zebrastreifen zu nutzen hätten. Dabei zeigte sie mir, was sie schon konnte und mir wurde wieder mal klar, dass ich meinen Teil der Verkehrserziehung verbessern muss. Das Erlebte machte mich dann neugierig auf das, was Vorschulkinder leisten können, wie sie Straßenverkehr erleben und wie ich meine Tochter als Vater am besten unterstützen kann. Da sich mit diesem Thema bereits viele Pädagogen und Verkehrsexperten beschäftigt haben, fand ich hierzu zahlreiche Erklärungen und Tipps.

 

Alle Experten beschreiben in der Hauptsache eine gut entwickelte Aufmerksamkeit, Sinneswahrnehmung, Konzentrationsfähigkeit, Bewegungsgeschicklichkeit, das Koordinationsvermögen und den Geübtheitsgrad als wesentliche Voraussetzung für die Teilnahme am Straßenverkehr.

 

Aufmerksamkeit bedeutet für Kinder Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden, sich nicht ablenken zu lassen und sich voll auf die gestellte Aufgabe zu konzentrieren. Freunde auf der anderen Straßenseite erscheinen wichtiger als herannahende Autos. Weil erst ab ca. 14 Jahren die volle Konzentrationsfähigkeit ausgereift ist, werden dadurch die meisten Unfälle mit Kindern verursacht.

 

Gutes Sehen und Hören sind besonders wichtig zur Teilnahme am Straßenverkehr. Räumliches Sehvermögen ist unabdingbare Voraussetzung zum Abschätzen von Entfernung und Geschwindigkeit. Aus der kleinen Kinderperspektive ist dies nicht einfach.

 

Das Hören ermöglicht uns Erwachsenen Rückschlüsse auf Richtung, Art und Geschwindigkeiten herannahender Fahrzeuge zu ziehen. Dazu muss man wissen, dass Kinder mit 6 Jahren zwar gut hören, aber noch kein ausgeprägtes Richtungshören aufweisen.

 

Neben den noch nicht voll entwickelten Fähigkeiten des Sehen und Hören müssen diese Informationen dann noch richtig koordiniert und mit Erfahrung zu einem Guss verknüpft werden.
Gut ausgeprägte Bewegungsabläufe ermöglichen geübte gleichzeitige Tätigkeiten wie Sehen, Hören, Denken, Lenken und Bremsen und richtige Reaktionen. Daß solches insbesondere nach Schule und Kindergarten schwer fällt, ist nachvollziehbar und führt zu einem höherem Risiko für Kinder.

 

Jugendliche zeigen darüber hinaus noch eine erhöhte Abenteuerbereitschaft zur Steigerung des eigenen „Wohlbefindens".
Wie nun damit umgehen? Zunächst ist es wichtig ein Gespür für die Bedürfnisse der Kids zu entwickeln. Ist es aufgekratzt, wild, in Gedanken vertieft oder einfach nur müde? Welch ein Typ ist mein Kind? Risikobereit, körperlich geschickt, erfahren im Umgang mit Stress und vorausschauend bei Gefahren oder eher nicht? Ängstliche Kinder benötigen deshalb z.B. mehr Übung im Umgang mit schwierigen Situationen. Risikobereite und impulsive Kinder dagegen eher mäßigende Hilfen.

 

Verkehrserziehung beginnt beim richtigen Vormachen: Bürgersteig, Ampel und Zebrastreifen nutzen. Zunehmend kann dann die Selbstständigkeit des Kindes geübt werden, indem man dieses öfters führen lässt. Lob und Erklärungen sollten das anfänglich unterstützen. Kindergarten- oder Einkaufswege sind dafür hervorragend geeignet. Ach ja, und eins habe ich auch gelernt. Öfters laufen vermittelt nicht nur meiner Tochter Übung im Straßenverkehr, sondern wäre für mich und die Umwelt auch besser.

• Steffen Hesse


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Thema Kinder im Verkehr

 

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