Elternerfahrung: Kann-Kind einschulen oder nicht?
Vom Können oder Müssen
Meine 5-jährige Tochter hat im Oktober Geburtstag und ist deshalb ein Kann-Kind. Ich habe mich Ende letzten Jahres entschlossen, meine Tochter bereits in diesem Jahr an der Schule anzumelden. Den Einstieg in die Schule wollte ich ihr spielerisch erleichtern. Malen übt das Stift halten und ist die Vorstufe vom Schreiben; Zählspiele münden in ersten Knobelaufgaben und führen zur Welt der Zahlen, Vorlesen vermittelt den Spaß am Lesen. Erste kritische Gedanken zur frühen Einschulung erhielt ich dann von erfahrenen Pädagogen während eines ersten Infotreffen an der Grundschule. Mir wurde klar, dass meine Tochter durch ihr lebhaftes Wesen eventuell noch nicht den Anforderungen an eine Schulstunde gewachsen sein könnte. Bei der amtsärztlichen Eingangsuntersuchung überzeugte meine Tochter mit ihrem Wissen. Sie zeigte aber auch, wie schwer es ihr teilweise fällt, sich ruhig und konzentriert den Fragen zu stellen. In einem netten Gespräch überzeugte mich die Amtsärztin davon, meine Tochter erst ein Jahr später in die Schule zu geben. In dieser Zeit könne Ihre Persönlichkeit weiter reifen und das Risiko einer eventuellen Überforderung sei minimiert. Ich glaube, dass war eine guter Rat.
• Steffen Hesse 
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