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Interview

 

Der schmale Grat...


... zwischen ÜBERforderung und HERAUSforderung. Wir fragen die Erzieherin und psychologische Beraterin Annerose Ernst aus Rüsselsheim zum Thema frühkindliche Förderung

 

Flummi:
Frau Ernst, viele Eltern sind durch PISA und Co. verunsichert und verlangen schon für den KiTa-Alltag Bildungspläne. Wird damit der Kindergarten nicht schon zur (Vor-)schule?

 

Annerose Ernst:
Die Kita hat auch jetzt schon einen Bildungsauftrag. Jede Einrichtung sollte auch eine Konzeption erarbeitet haben, aus der die Arbeitsschwerpunkte und Ziele hervor gehen. Eine Förderung wird im Allgemeinen im sozialen, motorischen, mathematischen und linguistischen Bereich erfolgen. Das Lernen wird in der Kita im Spiel vermittelt und ist oft nicht im schulischen Sinn überprüfbar. Eine Schulung der Konzentration, Ausdauer und des Arbeitsverhaltens sind die besten Voraussetzungen für späteres erfolgreiches weiteres Lernen.

 

Flummi:
Wieviel Förderung ist gut für’s Kind? Gibt es da so etwas wie eine Faustregel?

 

Annerose Ernst:
Gegenfrage, die sich Eltern stellen sollten: wie verhält sich mein Kind in Bezug auf das Lernen und Aufnehmen von neuen Inhalten? Ein eher „langsames“ Kind braucht auch mehr Zeit. Ein Kind mit schnellen gedanklichen Verknüpfungsmöglichkeiten ist auch schneller im Lernen. Wichtig ist eine möglichst auf alle Wahrnehmungsebenen (Sehen, Hören, Fühlen und evtl. Riechen und Schmecken) angelegte Förderung.

 

Flummi:
Welche Fördermaßnahmen sind am sinnvollsten? Woran sollte man die individuelle Förderung für das eigene Kind festmachen?

 

Annerose Ernst:
Hat das Kind eine hohe Frustrationsschwelle, kann mehr im Bereich der Defizite gearbeitet werden, wobei immer auf Veränderungen der Frustrationsschwelle geachtet werden sollte. Ein Kind mit niedriger Frustrationsschwelle wird schnell aufgeben. Also einen Ausgleich schaffen zwischen Erfolgserlebnissen und eventuell erfahrbaren Mißerfolgen. Sonst kommt das Kind sehr schnell auf den Gedanken, dass es „nichts“ kann und „alles“ mißlingt.

 

Flummi:
Weitere Überlegung für Eltern: will ich, dass mein Kind das lernt oder will das Kind es selbst? Woran können Eltern erkennen, ob die Förderung zur Überforderung für’s Kind wird?

 

Annerose Ernst:
Ein absolutes Alarmzeichen sind vegetative Symptome (z. B. Kopf-, Bauchschmerzen, Müdigkeit). Auch wenn das Kind versucht, die Zeit zum Termin hinaus zu zögern, kann das als Zeichen gewertet werden. Letztendlich sollten Eltern auch auf ihre eigenen Empfindungen achten: Wie reagieren sie selbst auf die Anstrengungen ihres Kindes? Haben sie dabei ein gutes oder eher weniger gutes Gefühl?

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Thema Lernen

 

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Kontakt + Info

 

 

Annerose Ernst

 

>> www.ernst-labyrinth.de