Wer kennt das nicht. Das Streiten und Ärgern zwischen den Kindern. Als Vater eines 16-jährigen, sowie zweier 14 und 6 Jahre alten Töchter kann ich hier aus dem Füllhorn interessanter Erlebnisse schöpfen.
Besonders populär: Der Streit im Auto. Anlässe sind beliebig und austauschbar. Besonders brisant sind diese Streits, da die Lösung "Geh in Dein Zimmer und denk über Dich nach" eben nicht klappt. Angesagt ist deshalb Planung, Erfahrung und Weitsicht. Ich bestimme die Plätze, da ich weiß, wer sich gerade jetzt mit wem am besten verträgt und deshalb neben wem sitzt, oder welches Nintendo-Spiel gerade IN ist.
Fast immer entbrennt ein Kampf um die begehrten Plätze: Vorne, hinter Papa und bloß nicht in der Mitte! Ist das "Boarding" abgeschlossen, bleibt die schlechte Stimmung und es geht los. Ärgern, Kitzeln, Zwicken, Witze auf Kosten des schutzlosen Geschwisterchen, Hochverrat, alles geht und Hauptsache gemein.
Wer glaubt, die süßen Kleinen unterlägen dabei immer, irrt. Die Streittechniken der Kleinsten sind ausgefeilt und an Raffinesse kaum zu überbieten: Als sich kürzlich wieder ein Scharmützel zwischen großem Bruder und kleiner Schwester ergab, war ich doch etwas platt: Im fortgeschrittenen Stadium des Streites ohne eindeutigem Verursacher hörte ich meine Kleinste Ihrem großen Bruder kaum hörbar zuflüstern: "Wenn Du mich nicht in Ruhe lässt, schreie ich. Dann kriegst Du vom Papa Ärger".
Da sag mal einer, die Kleinen wären den Großen hilflos ausgeliefert.
• Steffen Hesse