Gewalt unter Kleinkindern
Wer kennt das nicht: Man sitzt mit anderen Eltern auf dem Spielplatz, die Kinder buddeln vergnügt im Sandkasten und plötzlich schlägt der eigene Sprössling einem anderen Kind die Schaufel auf den Kopf. Gespräche verstummen und die Blicke richten sich auf dich und dein Kind.
Was nun?
Ist mein Kind etwa mit einem Schläger-Gen geboren? Ich habe eine Weile gebraucht um zu verstehen, dass Gewalt bei Kleinkindern aufgrund mangelnder Kommunikationsfähigkeiten entsteht. Beißen, schubsen, schlagen – der eine tut es mehr, der andere weniger.
Aber die Kleinen tun es nicht, um anderen wehzutun, sondern um sich verständlich zu machen.
"Kann ich bitte den Eimer haben" können sie noch nicht sagen, also wird er einfach an sich genommen – notfalls mit Gewalt. Manchmal resultiert Gewalt auch aus einem Missverständnis: Klara will Leon die Schaufel geben und läuft mit ausgestreckter Hand auf ihn zu, Leon fühlt sich durch diese Geste bedroht und schubst Klara weg.
Als Eltern sollte man sich nicht gleich Sorgen machen, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt. Einschreiten und vermitteln – das hilft am besten.
Sobald die Kleinen richtig sprechen können, werden sich viele Situationen von selbst regeln.
Noch wichtiger ist es, einen gewaltfreien Umgang miteinander vorzuleben. Wenn ein dreijähriges Kind schon das Wort "Ohrfeige" kennt, braucht man sich nicht wundern, wenn es sich auffällig verhält.
• Ulrike Andersson |