Kindergärten, Schule und Horte stehen zunehmend in der Verantwortung den Kindern Naturwissenschaft und Technik spielerisch zu vermitteln. Dafür gibt es seit kurzem einen Bildungsplan (0-10 Jahre), der für alle Bundesländer Kriterien und Anregungen zur Vermittlung von naturwissenschaftlicher Bildung festhält. Fragen Sie doch mal in Ihrer Kita, Schule oder Hort nach? Inwieweit wird dieser Schwerpunkt umgesetzt? Erhalten die Kinder Anregungen aus den Bereichen Physik, Technik, Biologie und Chemie? Gibt es schon ein Forscherlabor oder eine Lernwerkstatt? - Dies sind sicherlich viele spannende Fragen, die jede Menge Gesprächsstoff für Elternabende in sich tragen.
Naturwissenschaftliche Bildung findet aber nicht nur in Kita, Schule und Hort statt, sondern auch zuhause, im Garten, in der Küche, im Kinderzimmer oder in der Autogarage. Als Eltern wird man tagtäglich mit vielen Warum-Fragen der eigenen Kinder gequält. Warum fliegen Seifenblasen, wenn sie doch keine Flügel haben? Warum kann ein Magnet ohne Sekundenkleber kleben? Warum saugt der Staubsauger meine Schwester nicht auf?
Um auf diese vielen Warum-Fragen eine Antwort zu finden, bietet sich das gemeinsame Recherchieren von Informationen in Kinderwissensbüchern oder im Internet an. Dort findet man viele kindgerechte Erklärungen und Bilder. Aber auch das gemeinsame Experimentieren mit alltäglichen Materialien aus der Natur oder dem Haushalt kann Kindern spielerisch den frühen Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen erschließen. Lassen Sie Ihr Kind frei experimentieren und geben sie ihm den nötigen Raum, eigene Experimente mit Materialien aus der Küche zu erforschen.
Was passiert, wenn ich Zucker, Wasser, Salz und Hefe miteinander vermische? Was passiert, wenn ich Essig mit Backpulver in eine Filmdose stecke und diese schüttele? Hier werden Experimente lebendig und für Kinder und Eltern begreifbar. Begleiten Sie die Experimente ihrer Kinder als stiller Beobachter. Signalisieren Sie Ihrem Kind, daß sie Vertrauen darin haben, daß das Kind auch ohne Ihre Hilfe das Experiment durchführen kann. Lassen Sie Ihrem Kind genügend Zeit, das Experiment durchzuführen und auch zu Ende zu machen. Stellen Sie zu Beginn des Experimentes gemeinsam Vermutungen auf, was bei dem Experiment passieren könnte. Das weckt die Neugierde ihres Kindes beim Forschen.
Beobachten Sie gemeinsam, was während des Experimentes passiert. Hierbei ist die Geduld der Erwachsenen gefordert. Als stiller Begleiter des Experimentes sollten sie in das Geschehen nicht eingreifen und auch nicht ihr Kind verbessern. Ihr Kind möchte eine Antwort auf seine Frage mit Hilfe eines Experimentes finden und nicht von Erwachsenen unterbrochen werden. Geben Sie keine aus Ihrer Sicht wissenschaftliche „richtige“ Theorieerklärung ab. Sie entmutigen damit Ihr Kind und es könnte die Lust am Experimentieren und Forschen verlieren. Ihr Kind ist stolz darauf, eigene Beobachtungen zu machen und hat ein Recht darauf, dies in seiner eigenen kindlichen Sprache zu formulieren. Gerade Kinder im Vorschulalter sind nach entwicklungspsychologischen Erkenntnissen durchaus in der Lage, logisch zu denken, differenzierte Zusammenhänge aus den Bereichen, Physik, Bio und Chemie zu verstehen. In diesem Bereich haben wir bisher unsere Kinder unterschätzt. Kleine Forscher sind helle Köpfchen und wissen mehr als wir bisher vermutet haben. Sie tragen oftmals die Antwort auf ihre Frage intuitiv in sich und verblüffen die Erwachsenen immer wieder, mit ihren kindgerechten, selbstformulierten Erklärungen.
Begeben Sie sich doch einfach mal mit Ihrem Kind in die eigene Küche , und lassen sie ihr Kind erfahren, wieviel Spaß es macht, gemeinsam zu experimentieren und auf spielerische Art und Weise Physik, Bio und Co. zu erfahren.