Nach der Entscheidung für eine zweisprachige Erziehung haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie man das wohl „richtig“ macht. Es wurde aber ganz leicht: der Vater spricht russisch, die Mutter deutsch und das konsequent.
Und siehe da, unser Sohn Miron begann ganz selbstverständlich deutsch und russisch zu verstehen. Er begann früh deutsch zu sprechen – nicht spät, wie in der Literatur öfters erwähnt. Mit der Zeit mischten sich einige russische Worte dazu, die er von seinem Vater Konstantin zuerst gelernt hatte und einige Reime.
Trotz konsequenter Ansprache Konstantins auf Russisch, antwortete Miron immer auf deutsch, das galt auch für die Kommunikation mit seinen russischen Großeltern. Erst nach unserem diesjährigen Urlaub in Russland, wo er tagelang nur russische Sprache hörte, begann er mit 4 1/2 Jahren russisch zu sprechen – in kompletten Sätzen, mit richtiger Grammatik und akzentfrei. Die sprachliche Trennung Vater und Mutter sowie das Durchhaltevermögen waren unser Erfolgsrezept und es war echt einfach.
Die Entwicklung unseres zweieinhalbjährigen Sohnes Juri ist ähnlich, hier haben wir aber mehr Vertrauen, dass es klappen wird mit der Zweisprachigkeit. Da der Anteil an deutscher Sprache größer ist, haben beide Jungs Deutsch als Muttersprache, in der sie vielleicht besser fühlen können, aber wir sind uns sicher, dass sie später fließend russisch sprechen werden. Und die Babuschka beginnt schon, Miron mit russischen Buchstaben zu konfrontieren.

- So macht Lesen Spaß!
Stella ist heute 9 Jahre alt, aber ich erinnere mich noch gut an ihre ersten Worte und ihre eigene Begeisterung darüber, dass sie nun „mitreden“ kann.
Verstärkt durch Eltern und Großeltern, die auf die neuen Fähigkeiten mit Stolz und Freude reagierten, erkannte sie vermutlich schnell, welche Aufmerksamkeit sie damit erreichen konnte, hatte aber auch einfach Spaß an der Sprache und dem „Erfinden“ neuer Worte.
Wir haben von Anfang an viel mit Stella geredet, haben alltägliche Dinge beim Namen genannt, haben erzählt was wir gerade sehen und tun usw. Als sie selber anfing zu sprechen, haben wir sie zwar nicht ständig verbessert, aber schon versucht „falsche“ Worte noch einmal richtig zu wiederholen.
Und Vorgelesen wurde bei uns immer. Das gehörte zum Tag wie das Zähneputzen und wurde nur ganz selten mal ausgelassen. Bücher erzählen schöne, lustige und aufregende Geschichten und machen Spaß; das hat Stella sicher daraus „gelernt“. Natürlich findet auch Stella Aufsätze schreiben in der Schule manchmal doof und anstrengend und hat nicht immer Lust auf ein Buch. Aber das sind eher Ausnahmen. Selber Erzählen, Lesen und Schreiben sind bei ihr mit Spaß und Freude verbunden. Bücher, Hörspiele und Theater gehören einfach dazu.