Oma – dieses Wort löst bei jedem irgendeine Regung aus. Ob positiv oder negativ besetzt, hängt selbstverständlich von individuellen Erfahrungen ab.
Gerade deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, kurz von meiner Spitzenmama bzw. Spitzenoma unseres Sohnes zu schwärmen. Unsere Omi wohnt leider nicht um die Ecke, sondern zwei Autostunden entfernt – reger Austausch per Telefon findet trotzdem fast täglich statt. Wir haben das Glück, eine Omi zu haben, von der es keine gruseligen, ach so verbreiteten Einmisch- oder Besserwisser-Geschichten gibt. Sie gibt manchmal Ratschläge, klar, aber nie belehrend. Sie mischt sich niemals mit erhobenem Zeigefinger in Erziehungsfragen ein und versucht auch nicht, uns einen bestimmten Erziehungsstil nahezubringen.
Gibt es mal ein terminliches Betreuungsproblem, so scheut sie, wenn es ihr zeitlich möglich ist, auch bei recht kurzfristiger Anfrage nicht die zweistündige Fahrt und hilft uns, wo sie kann, obwohl sie noch drei weitere Enkel hat.
Wie selbstverständlich bügelt sie dann auch noch unsere permanent vorhandenen Wäscheberge und sagt auch noch, es habe ihr Spaß gemacht! Ich genieße es und freue mich.
Strafende Blicke und Kopfschütteln sind mir gänzlich unbekannt. Je älter ich werde, und besonders seit ich selbst Mama bin, weiß ich ihre Art noch mehr zu schätzen. Ich bin dankbar, dass ich nicht gestresst oder entnervt bin, wenn ein Treffen ansteht oder wenn ihr Name im Display des Telefons aufleuchtet. Auch wenn es vielleicht abgedroschen klingen mag, aber die Geschichte der harmonischen Oma-Mutter-(Enkel)Kind Beziehung ist bei uns auf der Tagesordnung und funktioniert. Ich erlebe es jeden Tag.
• Susanne Fleig