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Bio Labels: Orientierung oder noch mehr Verwirrung?

 

Noch vor 10 bis 15 Jahren gab es den blauen Engel als ein übergreifendes Gütesiegel für umweltbewusste Produkte. Seitdem hat die Anzahl an Bio-Zeichen und Gütesiegeln explosionsartig zugenommen.

Auf der Ebene von Lebensmitteln und Kleidung heißt das aber nicht, dass der Verbraucher es nun leichter hätte. Zum einen gibt es übergeordnete Dachmarken auf EU- und Länder-Ebene wie z.B. das Bio-Siegel. Zum anderen gibt es Erzeugerverbände und Handelskonzerne, die mit dem Bio-Siegel um die Gunst des Verbrauchers kämpfen.

 

Dreh- und Angelpunkt aller „Bio“ Bewertungen sind dabei die Kriterien, die den Zertifizierungen zu Grunde gelegt werden. Die Standards reichen im Bekleidungssektor von fair gehandelter ökologischer Produktion ohne Giftstoffe bis zu kohlenstoffdioxydarmer Produktion und vernünftigen Arbeitsbedingungen. Im Bereich von Lebensmitteln wird bei der Zertifizierung z.B. darauf geachtet, dass ernährungphysiologisch gesunde Lebensmittel hervorgebracht werden. „Bio“ kann aber auch einfach bedeuten, dass es landwirtschaftliche Erzeugnisse aus organisch-biologischer Landwirtschaft sind.

 

Glaubt man neutralen Bewertungen der Labels (z.B. www.label-online.de) so sind bei allen Definitionsunterschieden das Gros der Bio-Siegel glaubwürdig und haben alle Mal Vorteile gegenüber den konventionellen Produkten. Im Kleidungssektor scheint etwas mehr Vorsicht bei der Beurteilung der Bio-Labels angebracht. Aber ein gesundes Maß an Skepsis hat noch nie geschadet.

• Bärbel Spathelf


Empfehlenswerte Bio Siegel im Lebensmittelbereich:

BIO
Basiert auf Minimalbedingen für Bio – kein Chemiedünger, keine Gentechnik, keine Antibiotika

Bioland    
Besonders strenge Kriterien: Auf Dauer fruchtbare Äcker ohne chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel

Alnatura
Obwohl Eigenmarke des Herstellers, gilt das Label als zuverlässig mit teils strengeren Richtlinien als nach EG-Ökoverordnung notwendig

 


Empfehlenswerte Bio Siegel im Kleidungsbereich:

Global Organic Textile Standard (GOTS)
Das Gütesiegel basiert auf ökologischen und sozialen Kriterien. Sie reichen über gesetzliche Vorgaben hinaus und berücksichtigen den Produktionsprozess von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung bis hin zu den Arbeitsbedingungen und der Lagerung.

EarthPositive
Stellt hohe Anforderungen an eine sowohl umwelt- als auch sozialverträgliche Herstellung von Bekleidung.

Hess Natur
Hersteller – bietet gift- und schadstofffreie Textilien an. Die Rohfasern sind zum großen Teil in kontrolliert biologischer (kbA) Qualität.

Green Cotton
Ein Herstellerkennzeichen für umweltfreundlich produzierte Textilien. Das Label stellt hohe ökologische Anforderungen an die Produkte.

>> Weiterführende Infos z.B. auf www.label-online.de.


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