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Alltag mit Fernseher und Computer


Wir haben fünf Eltern nach Ihren Erfahrungen befragt:

Die Welt mit offenen Augen betrachten

Ilka Mentzen, mit ihrer Tochter (4) aus Hattersheim

Fernsehen, Computerspiel, Internet, natürlich ist das bei meiner Tochter auch schon ein Thema. Zu früh? Ich glaube nicht, denn diese Medien sind aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Wir leben den Umgang damit vor und so verwundert es mich nicht, dass meine Tochter sich auch dafür interessiert, was im Fernsehen zu sehen ist, wie ein Computerspiel geht und was man noch alles mit dem Computer anstellen kann.

Neugierde ist für mich die beste Triebfeder, etwas neu zu entdecken und zu (er)lernen. Und so wie wir durch den Wald spazieren und jeden Stein umdrehen, um die Ameisen vorbeihuschen zu sehen oder aneinander gekuschelt ein Buch nach dem anderen lesen: so entdecke ich auch mit ihr zusammen, dass man im Internet die Fahnen der Teilnehmer der Fußball-WM finden kann oder dass man am Computer Opa und Oma einen Brief schreiben kann –  mit selbstgemaltem Bild.

Und wenn sie mal nach dem Sandmännchen noch einen Moment den „Weltspiegel“ mitanschaut, so erzähle ich ihr Geschichten über fremde Menschen und ferne Länder auf unserer Welt…

Mama, wann regnet es endlich?

Christina Neuner mit Sohn Julian (5) aus Wiesbaden

Der August war für  Julian ein Wunschsommer. Es hat nahezu ununterbrochen geregnet –  da darf er nämlich an den Computer. Bei uns gibt es nicht die Regel: 15 Minuten am Tag, sondern wenn das Wetter nicht zum Rausgehen ist – und auch mal richtig lange.

Julian spielt am liebsten Spiele, bei denen es etwas zu entdecken, erforschen oder Aufgaben zu erledigen gibt. Ich achte darauf, dass die Spiele altersgerecht sind. Wir sitzen dann, wie gerade jetzt (es regnet), zusammen im Büro, er an „seinem“, ich an meinem Computer und „erledigen unsere Aufgaben“.

Beim Fernsehen halten wir es ähnlich: Ein schöner Film oder eine interessante Dokumentation darf auch bis zum Ende geschaut werden. Besonders gerne sieht Julian z.B. Galileo und andere Sendungen nach dem Motto „Wissen macht schlau“. Die sehen wir dann zusammen und haben alle was gelernt.

Ist Julian ein Film zu aufregend oder wird es zu lange, verzieht er sich zu seinen Autos und Legobausteinen. Er sitzt nicht wie angenagelt vorm Fernseher. Er weiß genau, welche Filme er nicht sehen darf und schaltet dann selbstständig aus oder sagt, dass jetzt etwas kommt, was er nicht sehen darf – was ich anfangs eher bezweifelte.

Zu Beginn war ich beim Thema PC und Fernsehen sehr unsicher, bin jetzt aber, obwohl wir relativ viel und auch selbst gerne fernsehen, ganz zufrieden, da wir eine sinnvolle Auswahl treffen.

 

Gezielt aus der Konserve

Iris Schröder mit Stella (8) aus Bad Schwalbach

Also, um es kurz zu machen: bei uns gibt es kein Fernsehen außer „Die Sendung mit der Maus“ (Ausnahmen bestätigen die Regel!).

„Kann gar nicht sein, völlig realitätsfern, armes Kind ...“ – solche oder ähnliche Gedanken löst dieser Satz vermutlich bei vielen Eltern aus. Nun, eigentlich halten wir uns für ziemlich „normal“. So sitzt natürlich auch Stella gerne vor dem Fernseher, nur schaut sie sich nach wie vor fast ausschließlich Videos/DVDs an: Astrid Lindgren, Augsburger Puppenkiste, Bibi und Tina u.a.

Alles hat für sie als Kindergartenkind mit aufgezeichneten Folgen von Pippi Langstrumpf angefangen, später kamen andere Filme dazu. Groß diskutiert haben wir darüber nie. „Darf ich was gucken?“ heißt „Kann ich mir eine DVD/ein Video aussuchen?“. Klar kann sie, denn ich weiß ja, was sie sich anschaut.

Ein weiterer Vorteil vom Fernsehen aus der Konserve: die zeitliche Flexibilität. Wir haben keine festen Fernsehtermine und müssen nicht wegen einer bestimmten Sendung alles stehen und liegen lassen. Woanders, wo es „richtige“ Fersehsendungen gibt, guckt Stella natürlich gerne mit. Und das ist auch in Ordnung so, denn wir sind ja nicht grundsätzlich dagegen. Eher froh, dass uns das Aufstellen eines Regelkataloges bisher erspart geblieben ist. Und wenn es dann (unweigerlich) auf uns zukommt, dann lese ich mal nach, wie es bei Bärbel und Michael so läuft (s.u.) ;-).

 

Vertraglich geregelt

Bärbel Spathelf mit Victoria (17), Lisa (15) und Alexandra (9) aus Bad Soden

Bis vor drei Jahren gab es bei uns immer wieder Diskussionen darüber, wie lange meine drei Kinder vor Fernseher und Computer verbringen dürfen. Irgendwann war meine Geduld zu Ende. Im Familienrat wurde festgelegt, daß die 6jährige 25 Minuten ihre Lieblingssendung sehen durfte. Die 12- und 14jährigen bekamen 60 Minuten Kontingent für Fernsehen und Computer. Für eine gewisse Verbindlichkeit wurde ein Vertrag mit der Unterschrift aller aufgesetzt.

Wir waren nie penibel bei der Einhaltung von Minuten, aber eine gewisse Kontrolle ist notwendig um einen Effekt zu erzielen. Und alle hatten nun einen Richtwert. Bei der Jüngsten habe ich einen Timer für ihre Sendung gestellt und wenn der klingelt war und ist Schluß. Das wird bis auf den heutigen Tag ohne Maulen eingehalten. Über die vergangenen Jahre wurde das Zeitkontingent leicht erhöht. Und Ausnahmen gibt es auch immer mal wieder – gemeinsame Sporterlebnisse wie die Fußball WM überschreiten schnell 35 Minuten.

Alles selbst im Griff!

Michael Lindermann mit David (15) und Max (17) aus Darmstadt

P wie Pubertät, C wie Computer: Für viele Jugendliche gehört ein (möglichst leistungsstarker) PC heute zu den Selbstverständlichkeiten des Alltags. Ausgerüstet mit einem Head-Set und diverser anderer Technik sitzt unser Nachwuchs vor dem Monitor, versinkt in Internet-Spielen, verschickt lebenswichtige Mailings und lädt aktuelle Top-Hits down. Okay.

Aber was ist mit Schule, Sport und diversen anderen Pflichten und Interessen jenseits des Rechners? Wir haben es mit dem Prinzip Selbstverantwortung versucht und sind bisher ganz gut damit gefahren: Der Knopf zum Ausschalten wird von alleine gefunden – ohne dass die Eltern immer auf noch zu erledigende Hausaufgaben, Termine oder überquellende Papierkörbe hinweisen müssen, die auf Entsorgung harren.

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Thema Flimmern

 

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