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Aggressionen beim Kind – wie kommt es dazu?

Aggression – schon der Begriff selbst löst bei vielen von uns unangenehme Gefühle aus. Dabei ist die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs eher wertneutral:

Aggression (lat.) heranschreiten, sich nähern, angreifen.

Es gibt eine Vielzahl von Definitionen und Theorien zu menschlicher Aggression, wie etwa den angeborenen Aggressionstrieb (Freud), den Aggressionsinstinkt (Konrad Lorenz) oder die erlernte Aggression (Pawlow/Skinner), um nur einige bekannte zu nennen.

In einigen Theorien wird die Aggression auch als positive Kraft bewertet, die z.B. hilft, Hindernisse zu überwinden. Aggression ist dem menschlichen Wesen eigen, ob nun angeboren oder erlernt (in der Regel kommt beides zusammen…).

In der kindlichen Entwicklung gelten "Phasen erhöhter Aggressivität" als völlig normal, z.B. während der Trotzphase oder der Phase des sogenannten "aggressiven Explorierens" (frei übersetzt: das Erforschen der Umwelt und Mitmenschen mit manchmal eher groben Mitteln).

Wenn 1-2 jährige Kinder ihre Eltern beißen oder ihre Spielpartner mit Bauklötzen traktieren, ist das keine Verhaltensauffälligkeit!

Auch im späteren Kindes- und Jugendalter kann es immer wieder zu aggressivem Verhalten, z.B. in Form von Balgereien oder Regelverstößen kommen. Mit Verbesserung der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten sollte allerdings der Umfang solchen Verhaltens abnehmen.

Entwicklungsschübe von Kindern sind also oftmals mit Aggressionen verbunden. Es geht dabei um das Erkunden des eigenen Einflusses und der gesetzten Grenzen, es geht um Identitätsfindung. Aggressionen sind nicht per se zu "verteufeln" und zu unterdrücken. Sie sind ein wichtiger Entwicklungsbestandteil, der allerdings durch angemessene Regeln in verträgliche Bahnen gebracht werden sollte.

 

Ein Problem im psychiatrischen Sinne wird aggressives Verhalten dann, wenn es über einen längeren Zeitraum auftritt und sich negativ auf unterschiedliche Lebensbereiche auswirkt (Stören in der Schule, Ablehnung durch andere Kinder, etc.). Meist geht es dann mit anderen sozialen und kognitiven Problemen einher.


• Elke Lühning

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Zur Autorin

 

Dipl. Pädagogin Elke Lühning

Fachstelle Elternbildung

Amt für Soziale Arbeit in Wiesbaden